Sommerfahrt auf der Fulda 2026

15/08/2026


Teilnehmer: Edith (Fahrtenleiterin), Burkhard, Sigi, Christa, Heidi Kimmel und ich (Heidi Peters)

08.08. Wir treffen uns um 17.00 Uhr zum Beladen des Hängers und gehen anschließend in Stockstadt gemeinsam essen und lassen danach den Abend gemütlich am Bootshaus mit Daniela Voß und ihren Geburtstagsgästen ausklingen, wo wir noch Getränke angeboten bekommen und den tollen Nachtisch probieren können. Übernachtung im Bootshaus.

09.08. Frühstück, bei dem wir 2 Rehe beobachten können, dann geht die Fahrt los. Heidi K. zieht den Hänger, Edith und ich fahren im Konvoi hinterher. Gegen Mittag erreichen wir den Campingplatz Malsfeld-Beiseförth, laden die Boote ab, bauen die Zelte auf und bringen dann 2 Autos und den Hänger zum Kanuclub in Hann. Münden, dem Endziel unserer Fahrt. Zurück in Beiseförth bleibt noch Zeit zum Baden. Der dortige Badesee ist jedoch gekippt und verkrautet. So bevorzugen wir das frische Wasser der hier nur etwa knietiefen Fulda für eine Abkühlung. Einfaches Abendessen am Campingplatz-Kiosk: kalte Getränke, Braten vom Vortag und Pommes satt.

10.08. Bei sehr niedrigem Wasserstand starten wir in einen ereignisreichen, anspruchsvollen Paddeltag. Immer wieder ragen Kiesbänke weit in den Fluss hinein, sodass wir alle öfters aufsetzen und manchmal aussteigen müssen, um wieder los zu kommen. Dazwischen fließt das Wasser in rauschenden Schwallen, fast wie Wildwasser. Große Steine und tief hängende Äste erfordern ständige Aufmerksamkeit. Für Christa und mich eine große Herausforderung. Zum Glück fährt Burkhard als erfahrener Paddler oft voraus und gibt uns viele hilfreiche Tipps. Deren Umsetzung ist jedoch nicht immer einfach, ich kriege die Kurve nicht, lande an einem tief wachsenden Ast und anschließend im Wasser. Mein erstes Kentern mit voll bepacktem Boot! Aber alles halb so wild: das Wasser ist warm und flach, alles im Boot festgebunden und die Hilfsbereitschaft meiner Kameraden überwältigend. Ich darf mich in Ruhe ausruhen und umziehen, während die anderen mein Boot entleeren.
Der Tag bietet nicht nur Paddel-Abenteuer sondern auch Einblicke in 100 Jahre alte Technik in Form von mehreren, manuell zu bedienenden Schleusen und Kulturprogramm durch eine Mittagspause in der Altstadt von Melsungen mit seinen schönen Fachwerkhäusern. Toll, Wie Edith alles geplant hat!
Als wir abends am Campingplatz in der Fulda-Schleife bei Guxhagen ankommen, sind wir rechtschaffen müde und froh über tatkräftige Hilfe an der steilen Ausstiegsstelle durch ein nettes Camper-Paar. Wir genießen die heißen Duschen, ein kaltes Bier und reichhaltiges Essen. Zurück auf der Zeltwiese sticht uns jedoch ein penetranter Geruch nach Gülle in die Nasen. Anscheinend wurde die Nachbarwiese frisch gedüngt.

11.08. Heute starten wir bei ausreichendem Wasserstand in den Tag. Keine Kiesbänke und keine Schwalle mehr dank der vielen Schleusen. Geruhsam paddeln wir durch die grüne Landschaft. Geruhsam – bis auf 2 aggressive Schwanen-Väter, die uns hinterherjagen, obwohl wir ihre Familien in gebührendem Abstand passieren. Einer landet fast auf Ediths Boot! Die erste Schleuse ist voll technisiert, nur leider ist die Bedienungsanleitung nur vom Wasser aus in 3 m Höhe lesbar. Da müssen wir eine Weile suchen, aber dann geht’s. Für die Mittagspause haben wir einen Biergarten am Fluss ausgesucht. Der hat leider zu, trotzdem sitzen wir hier schön im Schatten mit Blick auf den Fluss. Als wir zur nächsten Schleuse kommen, müssen wir feststellen, dass sie geschlossen ist. Also alle aussteigen! Fürs „Umtragen“ steht ein Bootswagen auf Schienen zur Verfügung, sodass wir nicht tragen müssen, sondern schieben. Trotzdem anstrengend vor allem wegen der steilen Ein- und Ausstiegsstellen. Danach nähern wir uns bald Kassel, wo die Fulda als riesiger See aufgestaut ist, Kanu- und Ruderclubs reihen sich am Ufer entlang, viele Boote und SUPs sind auf dem Wasser, dazwischen ziehen Schwimmer ihre Bahnen, am Ufer wird gespielt und gepicknickt. Schließlich können wir Kassel und einige Documenta-Exponate direkt vom Wasser aus betrachten. Die letzte Schleuse ist wieder vollautomatisch und funktioniert reibungslos. Direkt dahinter liegt der Kanuclub, bei dem wir übernachten wollen. Aber niemand da und alles zu! Doch dann bekommen wir telefonisch den Code für eine Schlüsselbox mit Transponder. Alles gut! Tolles Restaurant mit Terrasse direkt nebenan.

12.08. Paddelfreier Tag, ausschlafen, gemütlich frühstücken, Spaziergang durch Kassel: Fuldaufer, Orangerie, Fürstenbad, Kunstwerke der Documenta, Innenstadt, dann Fahrt mit den Öffis zur Wilhelmshöhe, Imbiss direkt am Herkules. Und dann das Highlight der Woche, die Wasserspiele! 300 Jahre alte Wasserkunst zieht sich durch den ganzen Park hinunter, ohne Pumpen nur durch die Schwerkraft läuft das Wasser über Kaskaden, speist Wasserfälle, und fließt über ein Aquädukt, bis es schließlich unten vor dem Schloss als riesige Fontäne in den Himmel schießt. Wir laufen mit und sind beeindruckt. Das ganze findet nur zu ganz bestimmten Zeiten statt und Edith hat’s genau geplant! Auf dem Rückweg wird noch Proviant und ahle Wurst gekauft. Dann gibt’s im Biergarten Riesenportionen Leberkäs’ mit Pommes. Aber der Tag ist noch nicht zu Ende. Auf einer Brücke über die Fulda können wir unter besten Bedingungen die Sonnenfinsternis beobachten. Und Edith hatte auch hier an alles gedacht und für jeden eine Schutzbrille mitgebracht!

13.08. Heute ist mein Geburtstag, aber ich hatte keinem davon erzählt. Doch als ich zum Frühstück komme, ist der Tisch hübsch gedeckt, ein Kerzchen und ein kleiner veganer Kuchen stehen da und mir wird von allen Seiten gratuliert. Welch eine schöne Überraschung!
Dann geht’s wieder aufs Wasser. Dies ist gefühlt das längste Teilstück: genug Wasser, aber kaum Strömung. Schöne grüne Landschaft, nicht so trocken wie bei uns. Mittagsrast an einem hübschen Picknickplatz mit Steg. Es ist sehr heiß, aber fürs Schwimmen bleibt keine Zeit. Wir haben noch viel Strecke vor uns. Es geht vorbei an Feldern und kleinen Dörfern. Der Fulda-Radweg begleitet uns. 3 vollautomatische Schleusen sparen Kraft, aber nicht Zeit. Vor allem an der letzten müssen wir über eine Stunde in der prallen Sonne warten, weil wir ein Ausflugsschiff vorlassen müssen. Danach ist es nicht mehr weit und wir sind froh, als wir endlich da sind. Der Mindener Kanuclub hat eine moderne Pritsche, eine schöne Zeltwiese und eine tolle Terrasse im 1. Stock mit Blick auf die Fulda, wo wir kalte Getränke bekommen können. Hier dürfen wir auch unsere bestellte Pizza und am anderen Morgen unser Frühstück essen.

14.08. Unsere Paddeltour ist beendet, nicht aber das Kulturprogramm. Nach dem Laden der Boote und Schwimmen im Fluss sehen wir uns Hann. Münden an. Die ganze Altstadt besteht aus Fachwerkhäusern und blieb im Krieg völlig unzerstört. Werra und Fulda umfließen sie von beiden Seiten mit mehreren Flussarmen. Christa zeigt uns ein tolles Café wo wir direkt an der Werra neben einer alten Brücke im Schatten sitzen können. Dann gehen wir noch zu der Einmündung, wo Werra und Fulda ihren Namen lassen müssen und die Weser entsteht. Auf dem Rückweg bummeln wir durch die vielen netten, kleinen Geschäfte und machen das ein oder andere Schnäppchen. Abendessen beim Griechen in der Nähe des Bootshauses, anschließend noch ein Absacker auf der schönen Terrasse des Kanuclubs. Ein wunderschöner Urlaub geht zu Ende.

Text/Bider: Heidi Peters

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